Kunstwettbewerb – Neubau Temporärer Schulstandort „Thulestraße“

Neubau Temporärer Schulstandort, Thulestraße 73a / Talstraße 26, 13189 Berlin

Nichtoffener Kunstwettbewerb mit 10 eingeladenen Teilnehmer:innen | Kunst am Bau

Teilnehmende Künstler:innen: Jeanno Gaussi, Hans Hoepfner, Karsten Konrad, Heike Ponwitz, Anna Franziska Schwarzbach, Tommy Stoeckel, Rolf Wicker, Pomona Zipser

Zur Realisierung empfohlen: Entwurf „Verweile doch …!“ von Hans Hoepfner
Realisierung:
2024

Mit seinem Entwurf „Verweile doch …!“ konnte Hans Hoepfner den nichtoffenen Kunstwettbewerb für den Neubau der sogenannten Schuldrehscheibe an der Thulestraße 73a / Talstraße 26, 13189 Berlin-Pankow für sich entscheiden.

„Verweile doch …!“ von Hans Hoepfner
Entwurf „Verweile doch …!“ von Hans Hoepfner, 1. Rang und Realisierungsempfehlung, Kunstwettbewerb Temporärer Schulstandort Thulestraße, Auslober: Bezirksamt Pankow von Berlin, 2023

In seiner Sitzung am 30. November 2023 hat das Preisgericht unter Vorsitz Thorsten Goldberg aus acht eingereichten künstlerischen Entwürfen die Arbeit mit dem Titel „Verweile doch …!“ von Hans Hoepfner zur Realisierung empfohlen.

Auf der Grünfläche gegenüber dem Eingang zum Schulhof soll eine begehbare, kreisförmige Stahlskulptur errichtet werden. Sechs verschiedenen Ringelemente, die in Größe und Höhe variieren und stufenartig angeordnet sind, formen drei ineinanderlegende Kreise und erlauben einen „Eintritt ins Innere der Skulptur sowie zum ideellen Mittelpunkt der Arbeit“. Im inneren Kreiselement sind die Himmelsrichtungen ähnlich wie bei einem Kompass markiert. „Die Skulptur soll nicht nur den Ort markieren, sondern ein ORT werden, an dem man Zeit zum Nachdenken findet, ein Ruhepol an einem ansonsten sehr abwechslungsreichen, mit einer Vielzahl von Aktionspunkten aufgeladenen Platz.“ Der Künstler sieht darin auch „ein Reflexionsangebot, auf das Fremde, in der Ferne Liegende neugierig zu machen. Wo geht das Leben hin? Osten, Westen, Süden, Norden – alles ist noch Anfang, alles steht noch offen.“

Das Preisgericht wertete die Skulptur als ein eigenständiges und autonomes Objekt, dass den Durchgangsbereich von der Thule- zur Talstraße deutlich markiert. Die Skulptur fordert dazu auf, zu verweilen, dort zu spielen und sich zu treffen. Ihre künstlerische Qualität entfaltet sie durch eine eigene Magie und einen Rätselcharakter. Somit wird die körperlich-sinnliche Erfahrung herausgefordert und durch Material und Oberfläche betont. Ihre emblemhafte Strenge verortet den einzelnen Menschen in seinem Dasein. Anordnung und Geometrie sind konsequent eingesetzt. Technisch überzeugt diese Arbeit durch ihre präzise und einfache Ausführung. Der Cortenstahl strahlt Wärme aus und ist haptisch angenehm erfahrbar. Über ihren künstlerischen Anspruch hinaus erweitert dieser Entwurf die Aufenthaltsqualität und es ergibt sich ein deutlicher Mehrwert für den Schulhof.

Auf den 2. Rang wurde der Entwurf „GEDANKEN-FENSTER“ der Künstlerin Pomona Zipser gewählt. Die abstrakte Skulptur aus Edelstahl auf einem hohen Sockel zeigt unterschiedlich proportionierte Öffnungen, die teils einen Durchblick durch die Skulptur ermöglichen. Betrachter:innen „wandern mit den Augen an der Skulptur entlang, sie folgen den Durchblicken, Räumen, Verbindungen, Übergängen und erleben, wie sich Formen mit dem Blickpunkt und dem Licht wandeln … Eine dunkle Öffnung gerät zur strahlenden Lichtquelle, eine matte, schattige Fläche gewinnt in der Sonne blendende Schärfe und kontrastiert mit plötzlich unergründlichen Tiefen.“

„GEDANKEN-FENSTER“ von Pomona Zipser
Entwurf „GEDANKEN-FENSTER“ von Pomona Zipser, 2. Rang, Kunstwettbewerb Temporärer Schulstandort Thulestraße, Auslober: Bezirksamt Pankow von Berlin, 2023

In der Tatsache, dass die Skulptur im besten Sinne nicht gefällig ist, sieht das Preisgericht die Grundlage für die hohe künstlerische Qualität. Die Skulptur verfolgt, obwohl beinahe klassisch auf einem Sockel platziert, ein freies und spielerisches Formenvokabular. Sie ist archaisch, sperrig und nimmt die Betrachtenden mit auf eine gedankliche Reise. Sie konzentriert den Blick auf das Objekt und die Gedanken, die darüber hinauswandern.

Weitere Entwürfe wurden von den Berliner Künstler:innen Jeanno Gaussi, Karsten Konrad, Heike Ponwitz, Anna Franziska Schwarzbach, Tommy Støckel und Rolf Wicker eingereicht.

Der nichtoffene einphasige Kunstwettbewerb wurde im Juni 2023 von der Abteilung Finanzen, Personal, Weiterbildung und Kultur, Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, vertreten durch die Galerie Pankow / Kunst im öffentlichen Raum ausgelobt. Anlass war der Neubau des temporären Schulstandorts in der Thulestraße 73a / Talstraße 26, 13189 Berlin-Pankow. Der Neubau dient als Ausweichquartier für Grund- und Oberschulen im Umfeld, die wegen des Sanierungsstaus der letzten Jahre dringend saniert und erweitert werden müssen. Die „Drehscheibe“ ermöglicht die zügige Sanierung der betroffenen Schulen sowie die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs und Gewährleistung eines störungsfreien Unterrichts.

Aufgabe des Kunstwettbewerbs war es, für die Bearbeitungsbereiche eigenständige Entwürfe für eine künstlerische Gestaltung zu entwickeln, welche die Nutzer*innen der Schule und die Öffentlichkeit gleichermaßen ansprechen, die Aufenthaltsqualität der halböffentlichen Grünfläche erhöhen und über die Nutzer*innen der Schule hinaus ein ästhetisches Angebot an die Bewohner*innen und Passant*innen des Kiezes darstellen. Mit den Bestandsbäumen und der geplanten Neubegrünung stellt der Bearbeitungsbereich eine der wenigen Grünflächen am dicht bebauten Standort dar und lädt Schüler*innen sowie außerhalb der Schulzeiten auch eine vielfältige Öffentlichkeit ein, die gestaltete Grünfläche als „Oase“ – so das Thema des Kunstwettbewerbs – zur Entspannung und Erholung zu nutzen.

Die Wettbewerbsentwürfe werden ab Mittwoch, dem 20.12.2023 auf der Plattform www.wettbewerbe-aktuell.de öffentlich ausgestellt.

https://www.wettbewerbe-aktuell.de/ergebnis/kunstwettbewerb-neubau-des-temporaren-schulstandorts-thulestrasse-berlin-322491

Die Realisierung der Kunst erfolgt 2024, hierfür stehen bis zu 70.000 Euro zur Verfügung.